Why I’m running a vintage blog now

Ruhe bringt Erkenntnisse. Was ich durch eine nicht ganz freiwilligen Social-Media-Diät über mich und die Art, wie ich meinen Blog führen will, gelernt habe- und was ein paar vintage Bally-Schnürschuhe von meinem Opa damit zu tun haben:

Es war im Sommer vor 2 Jahren. Da hatte ich (Premiere!) zum ersten Mal seit der Schulzeit 4 Wochen am Stück frei! 4 Wochen!!! Drei dieser Wochen verbrachte ich mit sehr wenig Internet in einer Fischerhütte auf Mallorca. Nix mit Instagram und Bloggen. So wenig Input, so viel Raum für Gedanken! Es war herrlich. Und es passierte Erstaunliches.

Und mein Gehirn so: Aaaaaaaaaah!

Als Blogger ist man ja bekanntlich im digitalen Dauereinsatz: posten, kommentieren, Blogposts lesen, Inspirationen sammeln- es hört nie auf. Hat man nicht mehr permanent Internetzugriff, legt sich dann plötzlich eine Ruhe wie eine dämpfende Schneeschicht über das eigene Leben. Aaaaaaaah. Denn: All die Impressionen aus dem www, die sonst alltäglich mein Gehirn in einen quirligen Rummelplatz verwandelten, blieben aus. Und ohne den ständigen Input und die kunterbunte Bilderflut, entstand plötzlich wieder Raum, in dem sich meine Gedanken schön gemächlich bewegten. Ohne digitale Dauerbeschallung fühlte ich mich irgendwie erleichtert- und viel mehr bei mir. Plötzlich sah ich die Dinge klarer.

Instagram überfordert mich

So sehr ich Blogs und Instagram liebe: beides überfordert mich. Der ganze Input ist durchaus inspirierend, klar. Aber er lenkt auch massiv ab. Davon, was man selbst eigentlich will. Was für einen selbst authentisch ist. In meinem Fall auch: wie ich meinen Blog führen will. Heute würde ich sagen, dass ich mich da selbst ein bisschen verloren habe! Ich wollte einen Modeblog, also schaute ich, wie die anderen das so machen und machte es ihnen nach. Ich stylte Outfits, mit möglichst vielen aktuellen Teilen, weil easy nachzushoppen und mit nur einem Klick verfügbar. Wirklich gut fühlte sich das aber nicht an! Nicht authentisch für mich. Ich brannte einfach nicht für diese Art von Mode. Ich bloggte sehr unregelmäßig, weil mir die Leidenschaft fehlte. Erst in der Ruhe des Urlaubs machte es klick! Eigentlich hatte die Lösung von Anfang an auf der Hand gelegen. Ich habe sie bloß nicht gesehen.

Frau Schmitt goes vintage

Ich bin ja praktisch seit meiner Geburt ein absoluter vintage-Fan. Trage ständig irgendwelchen geilen alten Scheiß von Oma, Mama, Papa – ja, sogar von meinem Opa! Der hat die bunteste Krawattensammlung, die man sich vorstellen kann und so einige seiner Hemden würden einem englischen Dandy alle Ehre machen. Ich kaufe ständig auf Flohärkten, in Secondhandläden und allen erdenklichen Online-Secondhand-Plattformen. Wenn sich also eine mit vintage auskennt, dann ich! Und darum wird das hier jetzt ein Vintage-Blog!

 

Mehr vintage, baby!

Oft hatte ich in der Vergangenheit ein schlechtes Gewissen, wenn ich Teile von Oma, Mama oder Schätzchen aus zweiter Hand trug- die könnt ihr mir nämlich nicht nachshoppen. Nun aber wurde mir bewusst: es geht mir garnicht primär ums nachshoppen! Es geht mir viel mehr darum, euch für vintage und secondhand zu begeistern! Ich will euch dazu inspirieren, doch in diesen etwas gammelig aussehenden Secondhandladen zu gehen oder auf den Mini-Dorfflohmarkt, wo vielleicht euer neues Lieblingsteil aus den 60ern auf euch wartet. Ich will euch dazu ermutigen, zu experimentieren, Risiken einzugehen, euch selbst nicht zu ernst zu nehmen. Womit ginge das besser als mit Unikaten, die eine Geschichte haben und die außer euch niemand trägt? Vielleicht sieht man damit manchmal ungewöhnlich aus oder wirkt over the top- aber es fühlt sich verdammt gut an.

Ihr dürft euch also auf eine große Portion vintage-shopping-know-how freuen, die es ab sofort hier bei schmittstyle geben wird. Stay tuned <3

 

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