Confessions / Ich bin ein Valentinsmuffel!

Ich bin hoffnungslos romantisch- der Valentinstag fällt bei uns jedoch (einvernehmlich) seit geraumer Zeit aus. Wie kommt`s? Ein Erklärungsversuch.

Als ich ein Teenie war, trat er in mein Leben, der Valentinstag. Als junges Dingchen mit erstem festen Freund nahm ich mit glühenden Wangen am 14. Februar kleine Präsente entgegen oder verschenkte welche. Ich fands cool- es war, als sei man plötzlich Mitglied in einem exklusiven Club. Heute übergehe ich dieses Datum gepflegt- ausgerechnet ich, die so gerne romantsiche Filme ansieht (seufzend, mit schiefgelegtem Kopf) und Kerzenlicht liebt!

Du bist aber unromantisch! kopfschüttelt Freundin E., ein absoluter Valentinstag-Fan. Sie hat ihren Freund dazu erzogen, ihr alljährlich an besagtem Tag einen dicken Strauß Rosen zu überreichen und sie schick auszuführen. Es ist nicht so, dass E.s Freund das sonst nicht täte. Es ist jedoch so, dass E. diesen Gesten just an diesem Datum eine immense Bedeutung zumisst. Ihre Unterlassung am Valentinstag würde sie als grobe Missachtung ihrer dringlichsten Bedürfnisse einordnen. Also zieht der Mann mit und E. erzählt mir Jahr für Jahr mit geröteten Wangen von den schönen Blumen und dem tollen Abend im Restaurant xy.

Ob ich das romantisch finde? Eher nicht. Sehr romantisch finde ich es dagegen, wenn ich nach einem langen Arbeitstag nach Hause komme und der Mann mit Bart für mich gekocht hat. Einfach so. Ohne dass ich das eingeklagt habe. Oder wenn er sonntags extra früh aufsteht, um Brötchen zu backen. Weil er weiß, wie sehr ich die liebe.

Wenn mir einer sagen will, was ich zu tun und zu lassen habe, neige ich zu Trotz

Ich finde den Valentinstag irgendwie krampfig. Der Kalender, die Gesellschaft, die Werbeindustrie geben es vor: Romantik! Liebe! Jetzt, sofort! Bei mir ist es so: wenn mir einer sagen will, was ich zu tun und zu lassen habe (sei es der Kalender, ein Schild oder ein Mensch), neige ich zu Trotz. Ich denke dann: jetzt erst recht! oder: jetzt erstrecht nicht! und bin aufgestachelt, das Gegenteil von dem zu tun was mir nahegelegt wird. Uns allen wird nahegelegt, unserem Lieblingsmensch am Valentinstag ein mehr oder weniger sinnvolles, mehr oder weniger teures Präsent zu überreichen, IRGENDETWAS. Ein Etwas, das unsere Zuneigung bekunden soll, etwas greifbares. Ein Etwas, das man sehen und anfassen kann und: das auch die anderen sehen und anfassen können. Schwupp, an dieser Stelle bin ich raus.

Liebe kann so vieles sein

Die Liebe hat viele Gesichter. Viele kleine Gesichter, Gesichtchen, die man auch leicht übersehen kann. Weil sie nicht so repräsentativ wie ein Schmuckstück, nicht so konkret wie eine Einladung ins schicke Restaurant sind. Wertvoll sind sie aber trotzdem: die kleine Nachricht auf einem Zettel, das fertige Essen, das vorgewärmte Bett. Oder ein kleines Lächeln, ein inniger Blick. Alltägliche kleine Dinge, aus der Situation heraus.

Darum: Lasst uns doch wann anders nette Dinge für unsere Lieblingsmenschen tun, ohne dass es im Kalender steht. Einfach so. Das ist romantisch.

Und ihr so? Feiert ihr den Valentinstag oder lasst ihr ihn ausfallen? Wie dem auch sei- ich wünsche euch einen schönen 14. Februar!

2 thoughts on “Confessions / Ich bin ein Valentinsmuffel!

  • Reply Anna 17. Februar 2018 at 10:59

    Bin ich froh, dass es da draußen doch noch Menschen gibt, die „nein, danke“ zum Valentinstags-Wahnsinn sagen! 🙂 Daumen hoch.

    Liebe sollte doch jeden Tag gefeiert werden, gelle. Mein Mann und ich verweigern uns dem also uch und zeigen uns stattdessen im alltäglichen Leben nicht unbedingt durch Materielles, dass wir gerne schon bald das halbe Leben teilen.

    Ich finde den Muttertag übrigens auch überflüssig, aber freue mich natürlich trotzdem, wenn mir meine Kinder etwas Gebasteltes schenken. Heute morgen übrigens, während des Frühstücks, sagte mein jüngster Spross aus heiterem Himmel (vielleicht auch um a bissi rumzuschleimen, damit ich übersehe, dass er nur Quatsch macht): „Mami, hab dich lieb“ – hach, da schmilzt das Herzchen.

    • Reply Mirja 19. Februar 2018 at 11:24

      Liebe Anna, schön, dass wir diese Haltung teilen! Ich bin auch bezüglich Muttertag ganz bei dir- habe zwar noch keine Kinder, finde aber auch an dem Tag das Brimborium zu viel. So kleine Alltagsmomentchen wie du sie schilderst sind doch viel toller! Aber stimmt schon, über selbstgebasteltes freut man sich immer, auch am Muttertag 😀 ist ja auch irgendwie süß, ich war auch immer so ne emsige Muttertags-Bastlerin!
      Alles Liebe, Mirja

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